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Darsteller

Dokumentation

Drehbuch

 

 

   

Knechte und Mägde in Südtirol

Drehbuch von Bert Breit [1976]
Im Auftrag des Österreichischen Fernsehens
Eine Fernsehdokumentation über Arbeit und Leben der Bäuerlichen Dienstboten

Ich bitte um die grundsätzliche Erlaubnis, alle im Drehbuch angegebenen Aussenarbeiten, die von den Kindern, Dienstboten und Bauern ausgeführt werden sollen, gegen andere typische Arbeiten auszutauschen, sofern dies der Information und der Qualität des Films zugute kommt. Diese Austauschmöglichkeit ist auch deshalb vonnöten, weil Klima und Wetter die Durchführung vieler Aussenarbeiten entscheidend mitbestimmen.

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        Auch eine Reihe von Drehorten kann wegen der Wetterverhältnisse erst ganz kurz vor Drehbeginn festgelegt werden. Ausweichmöglichkeiten sind mir bekannt.    
             
        Einige der Mitspieler sind alt, gebrechlich und krank. Um Pannen beim Drehen zu vermeiden, werde ich mich bei den künftigen vorbereitenden Arbeiten nach einer »Zweitbesetzung« umsehen. Ich bitte also auch, die notwendigen »Umbesetzungen« zu tolerieren.    
             
        Grundsätzliche Bemerkungen:
Folgende Schwierigkeiten werden bei der Produktion dieses Filmes auftreten:
1.) Fast alle vorgesehenen Darsteller sind sehr schüchtern und äusserst zurückhaltend.
2.) Der Dialekt, den die meisten Darsteller sprechen, ist für viele Zuschauer unverständlich.
3.) Einige der Darsteller leiden an Krankheiten, die sich jederzeit verschlimmern können.
4.) Die darzustellenden Arbeiten sind vielfach vom Wetter abhängig.
   
             
        Es ist mir zwar gelungen, durch wiederholte Kontaktnahme und lange Gespräche eine Vertrauensbasis zu den vorgesehenen Darstellern herzustellen, doch hielte ich es für richtig, jeweils auch eine »Zweitbesetzung« einzuplanen, um jeder Panne beim Drehen vorzubeugen. Es ist unbedingt notwendig, weiterhin engen Kontakt bis zum Drehbeginn mit den Darstellern zu pflegen. Dies deshalb, weil diese Knechte und Mägde durch den ausserordentlich niedrigen Status ihres Berufs voll von Hemmungen und in besonderem Masse schüchtern sind.    
             
        Zumindest ein Grossteil der Dreharbeiten sollte anfangs Februar 1976 stattfinden, um sowohl einige Winterarbeiten als auch diverse Frühjahrsarbeiten mit Sicherheit filmen zu können. Ausserdem sind im Februar einige Termine im Bauernjahr (Maria Lichtmess 2. Feber, 4.5. und 6. Feber), die sich nicht verschieben lassen. Da viele Drehtermine vom Wetter abhängig sind, können die in der Drehvorlage angegebenen Drehorte nicht als verbindlich gelten. Je nach der Wetterlage müsste dann dort gedreht werden, wo es für die darzustellenden Passagen am günstigsten ist.    
             
        Selbstverständlich werde ich daher in einzelnen Fällen mehrere Möglichkeiten vorplanen:
Das Drehbuch ist natürlich noch nicht in allen Details festgelegt; es beschreibt den allgemeinen optischen Inhalt und den Umfang der Informationen, die gegeben werden sollen. Die filmischen Details, die Auflösung einzelner Szenen, der Aufbau verschiedener Sequenzen können erst unmittelbar vor dem Drehen, angesichts der momentanen Realität entschieden werden.
   
             
       

I.

 

Gegend um Bruneck (aussen: Tag)

 

1. — 6. (Totalen, Halbnah)

OriginaltonOff: Text (dem Sinn nach)

Die reichen, grossen Höfe (Dietenheim, St. Lorenzen)

Vieles berichtet uns die Geschichte über die Taten der Grossen, der Mächtigen, der Besitzenden

mächtig, ernst, abweisend

Weniges hörte man aber bisher über jene, die mit ihrer Hände Arbeit, unter Preisgabe ihrer Gesundheit, oft ihres Lebens die wesentlichen Voraussetzung dafür schufen, dass die Grossen Grösse entfalten, die Mächtigen Macht ausüben, die Besitzenden Reichtum sammeln konnten und so den Lauf der Geschichte bestimmten.

Der Burgencharakter, das Ansitzhafte, das Stolze, Schlossähnliche ist zu betonen (keine »Touristenblickpunkte!«)

 

quasi als Gegensatz zu den bisherigen Einstellungen:

Diese Feststellung bedeutet — auf den Bauernstand angewendet — dass wir wohl einiges über Bräuche, Sitten, Arbeits- und Lebensbedingungen der Bauern wissen, fast nichts hingegen über die Knechte und Mägde, die Fütterer, Rosser und Stadler, die Gross- und Kleindirn; dass wir kaum etwas wissen über jenen Stand, der von alters her bis in unser Jahrhundert herauf den Grossteil der bäuerlichen Arbeit auf Acker, Feld und Alm, im Wald, im Stall und auf dem Hof leistete

7.

 

das winzige Haus des Jaggl Oberhofer in Pfunders neben dem Parthhof

 

Jaggl arbeitet vor dem Haus

 

8. — 11.

 

er hackt Holz

 

12.

 

schlichtet das gehackte Holz

 

13. — 16.

 

Jaggl holt sich einen Eimer

Freilich — der Dienstbotenstand ist in Südtirol lang schon im Aussterben begriffen, obwohl immer noch da und dort ein paar Knechte und Mägde in Arbeit stehen —

geht zum Brunnen

Kaum ein Bauer kann oder will es sich leisten, die heute vertraglich vorgeschriebenen Lohn- und Freizeitbedingungen einzuhalten;

füllt Wasser in den Eimer

kaum jemand findet sich in den Dörfern — und sei er noch so arm — der nicht lieber irgend eine Fabriks- oder Hilfsarbeit annähme oder auf »grosse Schicht« ins Ausland ginge, als die wenig bedankte und noch weniger Ansehen geniessende Dienstbotenarbeit zu versehen.

17.

 

Jaggl trägt den vollen Eimer ins Haus

Die heute 60 — 80 jährigen Knechte und Mägde, die von Arbeit und Entbehrungen gezeichneten Kleinrentner, die in Altersheimen, in karg eingerichteten, abgelegenen Bauernkammern oder — wenn`s hoch kommt — in einem winzigen »Zuhäusl« das Ende ihrer Tage abwarten können noch aus eigenem Erleben von jenen Zeiten berichten,

18. — 22. (innen)

 

Jaggl in der Küche vor dem Herd

 

23. — 26.

 

Jaggl bereitet das Mittagessen vor

da oft zwölf bis zwanzig Dienstboten auf den grossen, reichen Höfen arbeiteten, unterworfen einer festen Hausordnung, unterworfen einer althergebrauchten Hierarchie

 

zum Beispiel Jakob Oberhofer, 76 Jahre alt, der einer von den »privilegierten« Dienstboten ist;

27. — 30.

 

er holt vom Eiskasten eine Schüssel mit Kartoffeln geht zurück zum Herd,

er diente an die vierzig Jahre bei einem einzigen Bauern, der ihm ein kleines »Zuhäusl« für's Alter zur Verfügung stellte.

schürt nach und wirft die Kartoffeln in den Topf, der auf dem Herd steht

Stolz ist Jaggl auf seinen Eisschrank, auf seine Waschmaschine und auf die grosse Figur Gottvaters, die er vorzeiten gegen eine Truhe Mehl eingetauscht hat.

31.

 

Jaggl geht dann hinein in die Schlafkammer, setzt sich aufs Bett, neben ihm steht (deutlich sichtbar) die überlebensgrosse Figur des »lieben Gottes«

 

Jaggl

erzählt:

 

(Das Ende des Statements leitet sinngemäss über zur Frage:

II.

 

 

OFF: Text dem Sinn nach:

Aussen: St. Martin im Vinschgau Forrahof

 

 

Über die Herkunft der Dienstboten:

 

O-Ton

32.

 

ein besonders bescheidener Bergbauernhof

Seit den ältesten Zeiten ist nachzuweisen, dass Dienstboten aus den armen und ärmsten Schichten stammen:

arbeitende Bauernkinder: im Stall, im Stadel, auf dem Feld, auf den umliegenden Wiesen

von Kleinbauern

 

von Pächtern und Tagwerkern

 

von Taglähnern

 

sie waren eheliche, meist aber ledige Kinder von Dienstboten

32. — 34.

 

Bauernkinder hüten das Vieh

»weichende Erben wurden Dienstboten

sie laufen verlorenen Ziegen nach

 

sie schleppen Körbe mit Lebensmitteln steil aufwärts

Text weiter (dem Sinn nach) Die Kinder, denen es bestimmt war, auf einem fremden Hof in Dienst zu gehen, lernten schon früh die wichtigsten Handgriffe;

sie tragen Heubündel auf dem Kopf bzw. nehmen diese Heubündel geschickt vom Boden auf

sie lernten, Geschick und Zähigkeit bei allen Tätigkeiten zu entwickeln.

sie putzen Kühe

Aber for allem:

sie sammeln Strebholz

sie mussten sich beizeiten daran gewöhnen, auch die härtesten Arbeiten stundenlang durchzuhalten

sie holen Holz und Laub

 

von den Bäumen

 

(selbstverständlich werden diese Arbeiten nicht nacheinander, sondern ineinander verzahnt, einander ergänzend, voneinander abhängig gezeigt)

Ob die Kinder dann auch wirklich Arbeit in ihrer Heimat fanden, was keineswegs sicher. Es gab Zeiten, in denen die Armut so gross und allgemein war, dass Hunderte von Bauernkindern vom Frühjahr bis spät in den Herbst hineien im Ausland — bei den reichen Bauern des Schwabenlandes etwa — Arbeit suchen mussten.

43.

 

aussen, Hof in Tanaas, eine alte Frau sitzt vor dem Haus

Einige alte Leute können noch erzählen, was sie als Kinder auf den Märkten, wo sie angeworben und auf den Bauernhöfen, wo sie arbeiten mussten, erlebt haben.

Die alte Frau

erzählt:

 

(über Armut, Hunger, über die Tricks der Kinder, die sie anwenden mussten, um zu einem guten Bauern zu kommen, usw.)

Auf welche Art ein Dienstbote zu seinem Posten kam und ihn wechselte

IV.

 

aussen: Bruneck, auf dem Tuttnmarkt

O.Ton

44. — 48.

 

Marktgetriebe, Standln mit Würstln, Süssigkeiten und anderem Kram

Off:

Ganze Kneuel von vorwiegend bäuerlichen Marktbesuchern

(Text dem Sinn nach)

 

Über das Schlenggln zu Lichtmess (Schlenggln heisst Postenwechsel)

Mitten in der Menge:

 

ein etwa 30jähriger Bauernbursch

Über den Schwisswetktag, hie und da auch Flickwerktag genannt.

Mit einem Löffel auf dem Hut,

 

der Bursch trinkt

Dienstboten, die am Schlenggltag noch keinen Arbeitsplatz hatten, gingen im Pustertal auf den Lichtmessmarkt in Bruneck

er ist sichtlich gut aufgelegt.

Der aufgesteckte Löffel auf dem hut war das Zeichen seiner Arbeitslosigkeit.

Ein älterer Bauer tritt auf ihn zu und spricht ihn an;

Bauern, die zu diesem Termin noch keinen Knecht hatten, suchten sich auf diesem Markt Dienstboten.

Je nach Situation — Dialekt — das folgende Gespräch direkt aufnehmen (O-Ton) oder den Vorgang im Off beschreiben)

 

 

Man sagt, dass auf dem Lichtmessmarkt vorwiegend böse Bauern und schlechte Dienstboten zusammengetroffen seien, denn üblicherwise musste ein Dienstbote schon im Sommer oder im Herbst — zu Martini — ums Bleiben oder kommen gefragt werden.

49. — 53.

O-Ton

Der Bauer lädt den Knecht ein zum Trinken ins Wirtshaus (oder zu einem Marktstandl)

Über den Lohn in Geld

 

Über den Lohn in Naturalien

 

Über die ARRE oder die CAPARRA?

Sie reden diskutieren streiten und werden schliesslich handelseins.

das ist ein Handgeld, das Dienstboten von Bauern für den sicheren Dienstantritt im VORAUS bekommen.

V.

 

Die Hierarchische Ordnung der Dienstboten bei der Arbeit

Am Hof (Parthof)

 

Dienstbotenkammer.

 

54. — 58.

O.Ton

Aufstehn der Knechte

Betläuten

59. — 63.

 

Grossdirn bereitet

O/FF: dem Sinn nach

in der Küche das Frühstück vor

Die hierarchische Ordnung bei den Dienstboten hatte nicht nur arbeitsteilende Funktion; sie r auch abgeleitet aus der bestehenden Gesellschaftsstruktur.

64. — 68.

 

Stall: Der Zusserer (Stallbub) putzt Stall und Vieh. Der Fütterer betreut das Vieh, die Kleindirn (Gitsche) füttert die Schweine

Von allen Dienstboten hatten die Grossdirn meist die schwerste und am längsten dauernde Arbeit zu verrichten.

69. — 75.

 

Küche gemeinsames Frühstück

Über die Vorrechte des Grossknechts beim Essen

Gebet

Über die jeweiligen Tätigkeiten von Gross- oder Bauknecht, Kleinknecht, Zusserer, Gross- Klein- und Mitterdirn, Fütterer und Sennerin

Dienstboten gehen wieder an die Arbeit

 

Bauer bleibt zurück

 

76. — 80.

 

Stall, Parthof

OFF:

Kleinknecht lädt Mist auf einen Karren, vor dem ein Ochse eingespannt ist.

Über die verschiedenen Merkmale der hierarchischen Dienstbotenordnung.

 

Über die Arbeiten im Frühjahr

 

Vorbereitung der Felder zum Pflügen (»Bauen«)

81. — 88.

 

Stadel, Parthhof

 

Der Stadler richtet den Wagen für den Bauern her,

 

der Bauer übernimmt den Wagen, steigt auf und gibt hoch zu Wagen

Statement: etwa über die jungen Knechte, die nicht mehr so wie früher sind. Sie trinken, haben Liebschaften und überhaupt…

(Diese Einstellung ist noch fraglich!)

 

Bauer fährt mit seinem Gespann ab und verschwindet hinter den Hügeln

OFF: dem Sinn nach:

 

Georg Töchterle, der einzige Dichter unter den Dienstboten, schreibt über die seit Jahrhunderten gleichklingenden Vorwürfe, die Bauer und Dienstboten einander machen. (Zitat des Originaltextes)

89. — 95.

 

beim Parthhof

O.Ton

Kleinknect, Grossknecht und Dirn (Gross- und Kleindirn) bei den Vorbereitungen zum Erdeauftun

Off: (dem Sinn nach) Vor dem Bauen muss der Acker wieder an den alten Platz »gegrattelt« werden.

Seil und Scheibe werden hergerichtet der Karren kommt an seinen Platz das Ross wird eingespannt

Auch bei diesem Vorgang wieder die Hierarchie: Die Grossdirn muss vorstechen, die Kleindirn aufladen, der kleine Knecht muss das Ross führen, der Grossknecht schüttet den Gratten aus.

96. — 99.

O.Ton

Beim Parthhof eine Kleindirn beim Wäschewaschen

 

100. — 105.

O.Ton

Parthhof in der Machkammer oder in der Stube: Knecht beim Zaunholz rösten

OFF: (etwa) Über die Kunst des Zäunemachens Über den Zaun, der früher eine wichtige Dorfangelegenheit war.

106. — 109.

O.Ton

Feld beim Parthhof: Knecht beim Mistbreiten (2. Teil)

OFF: Text dem Sinn nach Über das Leben der Dienstboten am Bauernhof, Zahl der Dienstjahre — alles mehr allgemein.

110. — 115.

O.Ton

Acker beim Parthhof:

OFF: Text wie oben angeführt weiter.

Grossdirn und Kleindirn, Grossknecht und Kleinknecht beim Erdeauftung (2. Teil)

 

116. — 119.

O.Ton

Nähe Parthhof

 

Knecht beim Zaunmache, er bessert die schadhaften Stellen aus

 

10. — 123.

O.Ton

Beim Parthhof: Dirn beim Wäschewaschen (2. Teil)

OFF: Text von vorhin weiter.

124. — 130.

 

Auf dem Viehmarkt in …

 

Der Parthhofbauer beim Viehhandeln

 

Überleitung zu

Statement:

131. — 140.

O.Ton

Parthhof, im Stall: Der Fütterer bei der Arbeit (2. Teil)

OFF: Text dem Sinn nach

er tränkt das Vieh

Das Vieh ist dem Bauern meist wichtiger als der Mensch.

er holt Heu zur Fütterung

Daher hat der Fütterer eine höchst verantwortungsvolle Arbeit. Der Fütterer braucht Talent und Erfahrung um die Tiere verstehen und behandeln zu können.

er melkt die Tiere, der Fütterer »redet mit einem kranken Tier

Fütterer haben acht bis zehn Stunden Arbeit pro Tag, sie haben kaum Freizeit.

er besprengt das Vieh mit Weihwasser, ehe er den Stall verlässt.

Fütterer verstehen oft viel von Heilkräutern und sind manchmal gesuchte »Bauerndoktoren«

 

UND:

 

Die Stallarbeit war früher bei vielen Bauern sehr ungesund. (Lungenleiden und Asthma)

141.

 

Rasen bei Bruneck, in der Wohnung des Fürsorgebeamten Waschgler

 

Herr Waschgler:

Statement über die typischen Leiden der Dienstboten: Hüftgelenksleiden, Erkrankungen der Atmungswege, Frühinvalidität, vielerlei Abnützungserscheinungen.

142. — 160.

 

Am Gerzenberg (oder bei Pfunders)

 

Heuziehen (eventuell auch Holzziehen)

O.Ton

Das Wegmachen

 

Das Hinaufgehn mit Schlitten, Ferggel oder Gatter.

OFF: (Text dem Sinn nach)

Die einzelnen Arbeitsphasen beim Aufladen.

Auch beim Heuziehen die hierarchische Arbeitsordnung

 

Jedem war seine Arbeit zugeteilt:

Der Schluck Schnaps vor der Abfahrt;

Der Rosser oder der kleine Knecht musste vorausfahren, der Grossknecht fuhr als letzter.

Die interessantesten (gefährlichsten), die von den Knechen am meisten Geschicklichkeit erfordernden Phasen der Talfahrt.

Eine grosse Schande war es, seine Ladung umzuwerfen. Das Einzige, das etwas galt, war Körperkraft, die Schwächeren und Ungeschickteren wurden ausgelacht und verspottet.

Bremsen

 

Eine Fuhr muss wieder aufgerichtet werden.

 

Die Ankunft im Tal (Die oben angegebenen Phasen werden vermutlich ungefähr so stattfinden, verbindliche Angaben können für Heu- und Holzziehen nicht gemacht werden.)

(Soweit möglich und notwendig werden auch die Arbeitsvorgänge selbst erklärt)

161. — 167.

 

Hausgang oder Stube am Parthhof

O.Ton

Die Holz-bezw. Heuzieher kommen abgekämpft (zum Teil auch aufgekratzt vom Schnaps, den sie gegen die Kälte getrunken haben) in die Stube

 

legen Mäntel und Überröcke ab

OFF: (dem Sinn nach)

setzen sich zum Tisch

Nach so ausserordentlich schweren und gefährlichen Arbeitstagen, die oft schon um zwei Uhr früh beginnen, dürfen die Dienstboten früher Feierabend machen

Die Grossdirn bringt das Essen, der Grossknecht teilt aus

Und ein besseres Essen gibt es auch,.

Gebet der Männer, (das der Grossknecht beginnt)

 

Die Leute beginnen zu essen.

 

168.

 

Küche Parthhof

O.Ton

Die Grossdirn schickt die Kleindirn in die Kirche (falls ein Dialog möglich ist)

 

SONST:

OFF:

Kleindirn zieht sich an und richtet Waschzeug zusammen und geht aus der Küche.

Die Dienstboten, die zuhausegeblieben waren, mussten ihre Arbeitszeit wie gewöhnlich einhalten.

169. — 174.

 

Stube Parthhof

O.Ton

Die Leute beenden das Essen und beginnen das (etwas längere) Schlussgebet

 

Paralellfahrt

 

175. — 176.

 

Einige verlassen die Stube

OFF: (dem Sinn nach)

(jetzt kommt die eigentliche grosse Müdigkeit)

 

Grossdirn räumt den Tisch ab,

 

Einige legen sich auf und hinter den Ofen schlafen

Über den Gemeinschaftssinn, der früher unter den Dienstboten herrschte, über die soziale Funktion der Stube für Knechte und Mägde (die alles natürlich mehr soziologisch als nostalgisch gesehen)

177.

 

Einer macht es sich hinter dem Tisch bequem, nimmt sich ein Buch vom Fensterbrett schlägt es auf und fängt an zu lesen

Über Glauben und Religion (Wer auf der Erde seinen Lohn nicht hat, muss auf den Lohn im Himmel hoffen — Sprichwort)

Man kann sehen, dass der Knecht in einem frommen Buch liest.

 

178. — 182.

 

Kirche in St. Lorenzen oder St. Sigmund

O.Ton

Die Kleindirn (die wir schon vom Parthhof-Einstellung 168. her kennen, betritt mit dem Putzzeug die Kirche, geht den Mittelgang vor, macht eine ehrerbietige Kniebeuge und beginnt den Betstuhl der Familie Parth zu putzen

OFF: (dem Sinn nach) Weiter über die Religiosität der Dienstboten; zum Beispiel: Wie der Bauer die Frömmigkeit der Dienstboten förderte;

 

Die Mägde mussten den Betstuhl des Dienstgebers sauber putzen und in Ordnung halten;

(Mit Ruhe und angemessener Genauigkeit ist das Schrubben, Putzen und Wischen, ist die Arbeit der Magd des Parthbauern, die sie im Hause Gottes verrichtet, darzustellen.)

Die Dienstboten wurden oft zu kirchlichen Festen, Andachten und Prozessionen geschickt, STELLVERTRETEND die Bauersleute, weil es wichtig war, dass »JEMAND VOM HAUS« am kirchlichen Leben teilnahm. Religiöse Gemeinschaften (Bnde, Vereine etc.) konnten die Dienstboten aber nie (kaum) bilden, da die Kommunikationsmöglichkeiten fehlten

 

Über die Heilige Nothburga, die »Dienstbotenheilige«

183.

 

In der Sakristei der Kirche

 

Pfarrer…

Statement

 

über Religiosität der Dienstboten (den Text von vorher ergänzend und fortführend)

 

Über das Heiratsverbot für Dienstboten, das erst im Jahre 1920 aufgehoben wurde.

 

Und, im Zusammenhang mit diesem Heiratsverbot: das Problem der unehelichen Dienstbotenkinder

184.

 

Feldthurns, Kammer der Frau Sellemond, die am Bett sitzt, in dem ihr kranker Mann liegt

 

Frau Sellemond erzählt

Statement:

 

Inhalt: Wenn es einem Dienstboten überhaupt gelang, genug Geld zu ersparen, um die Eheerlaubnis von der Gemeinde zu bekommen, dann ist es ihm meistens erst sehr spät — mit 50—60 Jahren — gelungen. Die Gemeindeväter wollten möglichst wenig Arme im Dorf haben, darum gaben sie nur Leute mit einigem Besitz die Erlaubnis zum Heiraten.

 

Und im Alter?

 

Da waren die, die nicht zum Heiraten gekommen waren, allein und auf das Mitleid der Bauern angewiesen.

Wie die alten Dienstboten als »Anleger« gehen mussten.

185.

 

Näche Prettau im Ahrntal.

 

Ein alter, einfach gekleideter Mann (ca. 70 Jahre) arbeitet sich — einen Karton und einen Sack mit sich schleppend — hinauf zum …hof

O.Ton

 

OFF: (dem Sinn nach)

Der alte Mann kommt beim …hof an, vor dem der Bauer steht;

Wenn die alleinstehenden Dienstboten in ein Alter kamen, wo sie nichtz mehr arbeiten konnten, mussten sie als Anleger gehen.

der alte Mann scheint mit dem Bauer zu reden (wir sehen das total)

Anlegen, das hiesse bis zum Lebensende von einem Hof zum anderen zu ziehen und um Kost und Quartier bitten zu dürfen.

Der Bauer zeigt auf den Stadel, der alte Mann geht zum Stadel und verschwindet mit Karton und Sack im Innern

Die Gemeinde gab den alten Leuten eine Liste, auf der angegeben war, wohin sie gehen und wie lang sie dort bleiben durften. Bei einem Hof waren es zwei Tage, beim anderen Hof waren es fünf Tage und woanders wieder durften sie vierzehn Tage bleiben

186.

 

Stube im …hof.

O.Ton

Hinter dem Ofen kauert eine uralte Magd, in Decken gehüllt und schlürft ihre Suppe (ins Bild könnte die Bauernfamilie einbezogen werden, die am Tisch — abgesondert von der geduldeten Magd — isst.)

OFF: (dem Sinn nach) Waren die Bauersleute gutmütig, gewährten sie den alten Anlegern einen warmen Platz und ausreichendes Essen

187.

 

Im Stall am …hof

O.Ton

Der Stall ist dunkel, schmutzig, verwahrlost;

 

Ein paar Kühe, Ziegen, Schweine;

OFF: (dem Sinn nach)

Ein Strohlager, auf dem ein alter, in Fetzen gekleideter mann schläft; schmutzige Kleiderreste, Reste von Speisen, ein halbvoller Karton, schmutziges Arbeitsgerät, ein Strohbesen.

Aber es gab auch harte Bauern, die den alten Dienstboten oft nicht das Notwendigste zukommen liessen. Besonders schlecht hatten es jene Anleger, die nicht nur alt und abgearbeitet waren, sondern an den verschiedensten Krankheiten litten.

Die Erscheinung des alten Mannes fügt sich ganz in das Bild der Vernachlässigung, des Abfalls; er selbst ist ein Teil dieses Abfalls.

Niemand behandelte sie, selbst konnten sie sich nicht helfen. Sie verfielen körperlich und geistig, mangelnde Hygiene und fehlende Fürsorge steigerten das Elend, jenes Elend, vor dem sich wiederum die Quartiergeber ekelten.

(längere Einstellung — vielleicht Querfahrt — die an ihrem Ende den Blick durch die halboffene Stalltür auf einen Anger gewährt, wo Leute mit Mistaufladen beschäftigt sind)

 

188. — 191.

 

Pfunders, vor dem …hof

O.Ton

Aus dem Stall wird ein Anleger herausgetragen

 

Bauer und Bäurin schleppen den Mann wie einen Sack.

OFF: (dem Sinn nach)

Bauernkinder helfen und schauen zu.

In Zeiten wirtschaftlicher Krisen — zum Beispiel in den Dreissigerjahren — ging es dem gesamten Bauernstand in Südtirol schlecht;

Der Mann wird auf einen Wagen (Karren) gelegt, ebenso seine Habseligkeiten.

am schlechtesten aber ging es den Dienstboten, die ja von jeher auf der untersten sozialen Stufe standen.

Das Gefährt setzt sich in Bewegung (entweder zeiht ihn der Bauer oder ein Tier, das der Bauer führt)

Es folgen Zitate von Aussagen, über die Häufigkeit von Selbstmorden alter Dienstboten in diesen Krisenzeiten. (Erhängen, in den Bach springen)

Der Wagen mit dem daraufliegenen Anleger ist noch lang zu sehen

(Weitere Informationen über die grosse Not der Bauern)

(Wir wissen nicht genau, ob der Anleber auf dem tot ist, ob er schwer krank ist, oder ob er zwangsweise zum nächsten Quartierplatz geführt wird)

 

192.

 

Pfnders, Küche im Zuhäusl, in dem der Knecht Jaggl arbeitet, er erzählt:

Statement Jaggl:

 

ungefährer Inhalt laut Tonbandprotokoll:

 

Ich habe noch die Anleger erlebt, wie sie schwer krank, verlaust und heruntergekommen von Hof zu Hof betteln gingen. Viele Bauern liessen sie überhaupt nicht ins Haus, wie boshaft waren oft die Bauernkinder! Ich muss sagen, wenn ich heute als alter Mensch als Anleger gehen müsste — ich würde mich lieber umbringen!

193.

 

Dietenheim, landwirtschaftliche Schule: Dr. Johannes Griessmair, Volkskundler und Dienstbotenfachmann, Sohn einer Magd

erzählt: (dem Sinn nach)

 

Natürlich gab es unter den Dienstboten immer wieder Einzelne, die den Aufstieg in eine höhere Schicht schafften — durch Einheirat etwa, durch Erbschaft oder auch durch eisernes Sparen. Wenn zum Beispiel ein junger Bub, der Stallbub oder Hüter war, von einem aufmerksamen Lehrer oder Pfarrer entdeckt und gefördert wurde und das Studiengeld zusammengekratzt werden konnte, dann stand der höheren Laufbahn nichts im Wege. Ich kenne so manchen jungen Knecht, der sich das Studiengeld mühsam zusammengebettelt hat. Die hungerten sich buchstäblich durch das Studium. (vielleicht auch Informationen über Persönliches, die Mutter…)

194. — 197.

OFF: (dem Sinn nach)

Im Altersheim Bruneck.

Die heute 70—80 jährigen Dienstboten — jene also, die am Beginn unseres Jahrhunderts zu arbeiten begannen und den sozialen Aufstieg nicht geschafft haben, brauchen nicht mehr als Anleger zu gehen;

Der (ehemalige) Knecht Josef Unterpertinger beim Anzeihen. Er bettet sich das Bett auf; (sehr umständlich, sehr mühsam)

sie haben eine bescheidene Rente und wenn sie keine Kammer bei einem Bauern finden, kommen sie in Altersheimen unter. Charakteristisch für diese Rentner ist ihre Einsamkeit, ihre Isoliertheit und wer von ihnen es nicht fertigbringt, von der Erinnerung an die guten alten Zeiten zu zehren, wer Not, Leid und Entbehrungen, die er erlebt hat, nicht vergessen kann, hat bittere Worte für seine Lage.

Schliesslich setzt er sich auf einen Stuhl, der neben dem Bett steht und

erzählt (dem Sinn nach laut tonbandprotokoll)

 

schon als Kind verachtet … enttäuschte Hoffnungen auf politische Entwicklungen… Selbst noch im Altersheim das Gefühl, ganz unten zu sein. möglicherweise als Schluss den Satz, den er oft sagt: Für an Dienstbotn isch dös ganze Leb'n a Kreuz und a Leid'n.

Wie die Dienstboten heute leben und arbeiten

198. — 203.

 

Gegend um Bruneck, hügelige, steile Wiese.

O.Ton

Knecht in blauer Arbeitskluft führt einen Motormäher (seine technische Versiertheit fällt auf)

OFF: (dem Sinn nach)

 

Heute gibt es keinen Dienstbotenstand mehr. Maschinen ersetzen die menschliche Arbeitskraft. Der Beruf eines Dienstboten ist heute noch weniger angesehn als früher.

204.

 

Dietenheim, beim Hof Niedermoar Knecht in blauer Kluft fährt mit Traktor im Rückwärtsgang eine Tennenbrücke hinauf hinein in den

Die gesetzlich gesicherte soziale Besserstellung der Dienstboten ist oft nur in der Theorie ein Vorteil, in der Praxis herrschen noch immer die alten Verhältnisse: zu wenig Freizeit, kaum Überstundenbezahlung, Schwierigkeiten mit der Urlaubseinteilung etc.

205. — 209.

Dennoch: einige hundert Dienstboten gibt es heute noch in Südtirol, Knechte, Mägde und Fütterer…

Stadel. Dort repariert der Knecht etwas am Traktor, hängt hinten einen Wagen an, belädt diesen mit Stieflern und beginnt seine…

Erzählung: (ungefährer Inhalt)

 

Mein Arbeitstag… man muss mit Maschinen umgehn können (auch reinigen und instandhalten) Die Arbeit geht zwar schneller als früher, ist aber anstrengender, weil man viel mehr allein tun muss…

Knecht steigt auf den Traktor und fährt ab.

 

210. — 215.

O.Ton

Hof bei Bruneck oder Feldthurns. In der Küche, die alte Magd bringt einen Arm voll Holz herein; sie stapelt das Holz beim Her. Sie schürt nach,

OFF: (dem Sinn nach) Von der alten Dienstbotenhierarchie sind geblieben: Knecht, Magd und Fütterer.

sie schneidet Knödelbrot

Auch heute hat die Magd die härteste Arbeit — sie steht als erste auf und geht als letzte ins Bett (Zitat Griessmair)

sie wäscht das Geschirr ab.

Die Bindung an die Hausordnung ist nicht mehr so gross; das verstärkt aber das Gefühl, isoliert zu sein.

sie leert Suppen- und Speisereste in einen Eimer.

Sie werden auch nicht mehr »stellvertretend« zur Kirche geschickt, Maiandacht und Rorate im Advent sind bei den Dienstboten noch immer sehr beliebt (Kirchenbesuche sind fast die einzige Kommunikationsmöglichkeit der Dienstboten)

(Alle Tätigkeiten rasch und routiniert ineinanderfliessen.) schliesslich nimmt die Magd Putzzeug und verlässt die Küche.

Über Heiratschancen, die heute wie eh und je gering sind.

216. — 220.

 

Im 1. Stock im Gang mit Blick in die Kammer der Magd.

 

Die Magd kommt und beginnt den Gang und ihre Kammer zu spülen

wenn es möglich (und gut) ist, wird kurzes Statement der Magd eingebaut!

221. — 227.

 

Hof Niedermoar in Dietenheim.

 

In einigermassen modern eingerichteten Stall (Tränkanlage etc.)

O.Ton

Der alte Fütterer bei der Betreuung des Viehs

OFF: (dem Sinn nach) über Lohn und gesetzlichen Schutz der Dienstboten.

Er macht überall sauber, putzt Kübel und Eimer

*ber die Einstellung der Dienstboten zu den Standesvertretungen: dem katholische Verband der Werktätigen bzw. zu den Gewerkschaften

kehrt auf

 

Der Fütterer

erzählt: ungefährer Inhalt laut Tonbandprotokoll)

 

Früher, wie es noch mehr Dienstboten gegeben hat, wars eigentlich schöner, man war nicht so allein bei der Arbeit nicht und auch nicht, wenn Feierabend war. Heut hat man kaum noch eine Ansprach. Ich steh schon um 4 Uhr auf, weil die Milch schon so früh in die Sennerei geliefert werden muss. Melkmaschinen? Davon halt ich wenig, das ist nichts fürs Vieh! Freizeit? Die Fütterer haben nie viel Freizeit gehabt — auch heite nicht… Heiraten? Nein, ich wüsst auch nicht wen, wer nimmt schon unsereinen, wenn ich in Fabrik ging', wär's wohl anders…

Der Fütterer wendet sich wieder seinen Tieren zu.

 

228. — 230.

 

Hof bei Bruneck oder Feldthurns

O.Ton

Magdkammer wie E.216. — 220.

OFF: (dem Sinn nach)

Die alte Magd ist mit den Spül- und Aufräumarbeiten fast fertig

Über die positive Einstellung der Dienstboten zu ihrer Arbeit, grosses Verantwortungsbewusstsein dem Bauer gegenüber.

Noch einige Handgriffe, noch ein kurze Kontrolle, dann packt sie zusammen und geht aus dem Bild.

Dienstoten haben zur Arbeit ein anderes Verhältnis wie etwa Fabrikarbeiter. Dennoch hat der Dienstbote heute — wahrscheinlich mehr als früher — Minderwertigkeitskomplexe dem Arbeiter gegenüber. Weil er dient. Weil er weniger hat als der Arbeiter.. Laut Statistik sind 77% der Dienstboten ohne jeglichen Besitz.

Kamera bleibt auf den wenigen, äusserst einfachen, kargen Einrichtungsgegenständen, die dieser Kammer eine eigenartige Stimmung geben.

Am gesellschaftlichen Leben des Dorfes nehmen sie kaum Anteil, Vereinen gehören sie nicht an. Durch die Fremden, die oft auf Höfen Urlaub machen, werden sie aus der Stube verdrängt. Zum Schlafen gibt man ihnen manchmal die hintersten, bescheidensten Kammern, weil Urlaubsgäste die besseren Schlafgelegenheiten besetzen. Dennoch — viele Dienstboten sind zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz, das Verhältnis zu den Bauersleuten ist gut.

231.

 

Dietenheim, Hof Niedermor in der Stube. Der Bauer des Niedermoarhofes

erzählt (ungefährer Inhalt)

 

Über die aktuellen Schwierigkeiten des Bauernstandes in Südtirol, bedingt zum Beispiel durch veraltete Arbeitsweise, durch die schwierige Umstellung auf maschinelle Methoden.

 

Über Vorurteile mancher Bauern gegenüber modernerer Arbeitsweise

 

Über Subventionierung

 

Über das Generationenproblem

 

Manche Söhne wollen, manche können nicht mehr Bauer werden und Dienstboten noch viel weniger!

232. — 236.

 

Pfunders, vor dem Marmorwerk Grünig.

 

Arbeitspause, einige Arbeiter machen Brotzeit, drei andere Arbeiter gehen in Richtung Gasthaus Brugger, das gleich neben der Fabrik ist.

 

237. — 245

 

Gaststube des Gasthauses Brugger.

 

An einem Tisch ein sportlich gekleideter, etwa 30jähriger Mann, neben ihm ein etwa 55jähriger Strassenarbeiter in der Uniform der staatlichen ENEL. Sie unterhalten sich. Die drei Grünigarbeiter betreten den Gastraum und setzen sich zu den zwei bereits Anwesenden an den Tisch

 

Sie bestellen Bier beim Wirt, der hinter der Theke steht. Der Wirt bringt das Getränk

 

Sie trinken

 

Die Männer geben auf die im

OFF gestellte Frage etwa folgende Informationen:

 

Der 1.: Ich kann von meiner Bauernschaft nicht leben, ich gehe in die Fabrik untertags und abreite am Feierabend zuhaus, was ich halt grad noch dertua…

 

Der 2.: Ich war lang Knecht, aber ich hab zu wenig verdient, die Bauern können einfach nicht so viel zahlen, dass man zufrieden sein könnte. In der Fabrik gehts mir besser, ich hab meine geregelte Freizeit und einen sicheren Urlaub, ich bin ja nicht der Einzige, der die Bauernarbeit aufgegeben hat, er ist schon vor 10 Jahren nach Deutschland auf die grosse Schicht gegangen…

 

Der 3.: sprortlich Gekleidete: Ich war früher Hüterbua und ich hab mich oft die halbe Nacht nicht mehr zum Hof heimgetraut, wenn mir eine Ziege oder ein Schaf davongelaufen ist. Stundenlang bin ich da in den Wiesen und Hängen herumgestiegen, bis ich die Viecher wieder gefunden hab; viel Schläg' hab ich bekommen und wenig zu essen — die Bauern haben oft selber wenig gehabt… Jetzt geht's mir gut — ich bin als Holzarbeiter ins Ausland gegangen, bin bald in Frankreich bald in Deutschland irgendwo — wo mich mein Chef hinschickt, und das gefällt mir

Die Schlusseinstellung ist so zu wählen, dass die Atmosphäre der Gaststube — die weder bäuerlich noch städtisch ist — mitspielt und die Informationen ergänzt)

Der 4. in Uniform: Ich bin 20 Jahre lang Knecht gewesen, aber wenn man nicht ganz gesund ist, packt man die Arbeit nicht. Ich bin jetzt Wegmacher, ein Staatsangestellter, das ist sicherer und nicht so anstrengend…

246.

 

Gadertal, Moar bei Kirch

 

Der Bauer

redet: (ungefährer Inhalt)

 

ich hoffe, dass es wieder so viele Dienstboten gibt, wie früher…

Alternative

 

246A.

 

Terenten, am Oberleiterhof

 

Die Bäurin

erzählt: (ungefährer Inhalt)

 

Wie es früher war und warum es heutzutage keine Dienstboten mehr gibt, wie schwierig das of ist mit Überstunden und Urlaub…

247. — 255.

 

St. Martin am Kofel im Vintschgau.

 

Beim Forrahof

O. Ton.

Bauer, Bäuerin und deren Kinder bei Arbeiten, die noch zu bestimmen sind. Die Auswahl der Arbeiten hängt ab vom endgültigen Drehbeginn.

OFF: (dem Sinn nach) Längst nicht allen Südtiroler Bauern ist es heute möglich, die eigenen wirtschaftlichen Probleme befriedigend und langfristig zu lösen.

 

Besser sind jene dran, die ihre Äcker, Felder und Wiesen in Talnähe und durch Wege erschlossen haben. Sie können Maschinen einsetzten dadurch preisgünstig produzieren und finden auch die notwendigen Dienstboten, Landarbeiter und Tagwerker.

Jedenfall muss dieser Schlussteil einer der optischen Höhepunkte des Films sein.

Jenen Bauern aber, deren Höfe und Felder in unwegsamen, unerschlossenen Gebieten liegen, haben nur zwei Möglichkeiten: entweder aufzugeben oder die Mühsal härtester Arbeit das ganze Jahr hindurch auf sich zu nehmen: allein, mit wenigen techischen Hilfen ausgestattet.

 

So tun heute die Bauersleute in den wirtschaftlich problematischen und entsiedlungsgefährdeten Gebieten jene Arbeit, die früher vor allem die Dienstboten taten.

   
             
             
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