I. |
|
| Gegend um Bruneck (aussen: Tag) |
|
| 1. 6. (Totalen, Halbnah) |
OriginaltonOff: Text
(dem Sinn nach) |
| Die reichen, grossen Höfe (Dietenheim,
St. Lorenzen) |
Vieles berichtet
uns die Geschichte über die Taten der Grossen, der Mächtigen,
der Besitzenden |
| mächtig, ernst, abweisend |
Weniges hörte
man aber bisher über jene, die mit ihrer Hände Arbeit,
unter Preisgabe ihrer Gesundheit, oft ihres Lebens die wesentlichen
Voraussetzung dafür schufen, dass die Grossen Grösse entfalten,
die Mächtigen Macht ausüben, die Besitzenden Reichtum
sammeln konnten und so den Lauf der Geschichte bestimmten. |
| Der Burgencharakter, das Ansitzhafte,
das Stolze, Schlossähnliche ist zu betonen (keine »Touristenblickpunkte!«) |
|
| quasi als Gegensatz zu den bisherigen
Einstellungen: |
Diese Feststellung
bedeutet auf den Bauernstand angewendet dass wir wohl
einiges über Bräuche, Sitten, Arbeits- und Lebensbedingungen
der Bauern wissen, fast nichts hingegen über die Knechte und
Mägde, die Fütterer, Rosser und Stadler, die Gross- und
Kleindirn; dass wir kaum etwas wissen über jenen Stand, der
von alters her bis in unser Jahrhundert herauf den Grossteil der
bäuerlichen Arbeit auf Acker, Feld und Alm, im Wald, im Stall
und auf dem Hof leistete |
| 7. |
|
| das winzige Haus des Jaggl Oberhofer
in Pfunders neben dem Parthhof |
|
| Jaggl arbeitet vor dem Haus |
|
| 8. 11. |
|
| er hackt Holz |
|
| 12. |
|
| schlichtet das gehackte Holz |
|
| 13. 16. |
|
| Jaggl holt sich einen Eimer |
Freilich der
Dienstbotenstand ist in Südtirol lang schon im Aussterben begriffen,
obwohl immer noch da und dort ein paar Knechte und Mägde in
Arbeit stehen |
| geht zum Brunnen |
Kaum ein Bauer kann
oder will es sich leisten, die heute vertraglich vorgeschriebenen
Lohn- und Freizeitbedingungen einzuhalten; |
| füllt Wasser in den Eimer |
kaum jemand findet
sich in den Dörfern und sei er noch so arm der
nicht lieber irgend eine Fabriks- oder Hilfsarbeit annähme
oder auf »grosse Schicht« ins Ausland ginge, als die
wenig bedankte und noch weniger Ansehen geniessende Dienstbotenarbeit
zu versehen. |
| 17. |
|
| Jaggl trägt den vollen Eimer ins
Haus |
Die heute 60
80 jährigen Knechte und Mägde, die von Arbeit und Entbehrungen
gezeichneten Kleinrentner, die in Altersheimen, in karg eingerichteten,
abgelegenen Bauernkammern oder wenn`s hoch kommt in
einem winzigen »Zuhäusl« das Ende ihrer Tage abwarten
können noch aus eigenem Erleben von jenen Zeiten berichten, |
| 18. 22. (innen) |
|
| Jaggl in der Küche vor dem Herd |
|
| 23. 26. |
|
| Jaggl bereitet das Mittagessen vor |
da oft zwölf
bis zwanzig Dienstboten auf den grossen, reichen Höfen arbeiteten,
unterworfen einer festen Hausordnung, unterworfen einer althergebrauchten
Hierarchie |
|
zum Beispiel Jakob
Oberhofer, 76 Jahre alt, der einer von den »privilegierten«
Dienstboten ist; |
| 27. 30. |
|
| er holt vom Eiskasten eine Schüssel
mit Kartoffeln geht zurück zum Herd, |
er diente an die
vierzig Jahre bei einem einzigen Bauern, der ihm ein kleines »Zuhäusl«
für's Alter zur Verfügung stellte. |
| schürt nach und wirft die Kartoffeln
in den Topf, der auf dem Herd steht |
Stolz ist Jaggl auf
seinen Eisschrank, auf seine Waschmaschine und auf die grosse Figur
Gottvaters, die er vorzeiten gegen eine Truhe Mehl eingetauscht
hat. |
| 31. |
|
| Jaggl geht dann hinein in die Schlafkammer,
setzt sich aufs Bett, neben ihm steht (deutlich sichtbar) die überlebensgrosse
Figur des »lieben Gottes« |
|
| Jaggl |
erzählt: |
|
(Das Ende des Statements
leitet sinngemäss über zur Frage: |
II. |
|
|
OFF: Text dem Sinn
nach: |
| Aussen: St. Martin im Vinschgau Forrahof |
|
|
Über die Herkunft
der Dienstboten: |
|
O-Ton |
| 32. |
|
| ein besonders bescheidener Bergbauernhof |
Seit den ältesten
Zeiten ist nachzuweisen, dass Dienstboten aus den armen und ärmsten
Schichten stammen: |
| arbeitende Bauernkinder: im Stall,
im Stadel, auf dem Feld, auf den umliegenden Wiesen |
von Kleinbauern |
|
von Pächtern
und Tagwerkern |
|
von Taglähnern |
|
sie waren eheliche,
meist aber ledige Kinder von Dienstboten |
| 32. 34. |
|
| Bauernkinder hüten das Vieh |
»weichende
Erben wurden Dienstboten |
| sie laufen verlorenen Ziegen nach |
|
| sie schleppen Körbe mit Lebensmitteln
steil aufwärts |
Text weiter (dem
Sinn nach) Die Kinder, denen es bestimmt war, auf einem fremden
Hof in Dienst zu gehen, lernten schon früh die wichtigsten
Handgriffe; |
| sie tragen Heubündel auf dem Kopf
bzw. nehmen diese Heubündel geschickt vom Boden auf |
sie lernten, Geschick
und Zähigkeit bei allen Tätigkeiten zu entwickeln. |
| sie putzen Kühe |
Aber for allem: |
| sie sammeln Strebholz |
sie mussten sich
beizeiten daran gewöhnen, auch die härtesten Arbeiten
stundenlang durchzuhalten |
| sie holen Holz und Laub |
|
| von den Bäumen |
|
| (selbstverständlich werden diese
Arbeiten nicht nacheinander, sondern ineinander verzahnt, einander
ergänzend, voneinander abhängig gezeigt) |
Ob die Kinder dann
auch wirklich Arbeit in ihrer Heimat fanden, was keineswegs sicher.
Es gab Zeiten, in denen die Armut so gross und allgemein war, dass
Hunderte von Bauernkindern vom Frühjahr bis spät in den
Herbst hineien im Ausland bei den reichen Bauern des Schwabenlandes
etwa Arbeit suchen mussten. |
| 43. |
|
| aussen, Hof in Tanaas, eine alte Frau
sitzt vor dem Haus |
Einige alte Leute
können noch erzählen, was sie als Kinder auf den Märkten,
wo sie angeworben und auf den Bauernhöfen, wo sie arbeiten
mussten, erlebt haben. |
| Die alte Frau |
erzählt: |
|
(über Armut,
Hunger, über die Tricks der Kinder, die sie anwenden mussten,
um zu einem guten Bauern zu kommen, usw.) |
| Auf welche Art ein Dienstbote zu seinem
Posten kam und ihn wechselte |
IV. |
|
| aussen: Bruneck, auf dem Tuttnmarkt |
O.Ton |
| 44. 48. |
|
| Marktgetriebe, Standln mit Würstln,
Süssigkeiten und anderem Kram |
Off: |
| Ganze Kneuel von vorwiegend bäuerlichen
Marktbesuchern |
(Text dem Sinn nach) |
|
Über das Schlenggln
zu Lichtmess (Schlenggln heisst Postenwechsel) |
| Mitten in der Menge: |
|
| ein etwa 30jähriger Bauernbursch |
Über den Schwisswetktag,
hie und da auch Flickwerktag genannt. |
| Mit einem Löffel auf dem Hut, |
|
| der Bursch trinkt |
Dienstboten, die
am Schlenggltag noch keinen Arbeitsplatz hatten, gingen im Pustertal
auf den Lichtmessmarkt in Bruneck |
| er ist sichtlich gut aufgelegt. |
Der aufgesteckte
Löffel auf dem hut war das Zeichen seiner Arbeitslosigkeit. |
| Ein älterer Bauer tritt auf ihn
zu und spricht ihn an; |
Bauern, die zu diesem
Termin noch keinen Knecht hatten, suchten sich auf diesem Markt
Dienstboten. |
| Je nach Situation Dialekt
das folgende Gespräch direkt aufnehmen (O-Ton) oder den Vorgang
im Off beschreiben) |
|
|
Man sagt, dass auf
dem Lichtmessmarkt vorwiegend böse Bauern und schlechte Dienstboten
zusammengetroffen seien, denn üblicherwise musste ein Dienstbote
schon im Sommer oder im Herbst zu Martini ums Bleiben
oder kommen gefragt werden. |
| 49. 53. |
O-Ton |
| Der Bauer lädt den Knecht ein
zum Trinken ins Wirtshaus (oder zu einem Marktstandl) |
Über den Lohn
in Geld |
|
Über den Lohn
in Naturalien |
|
Über die ARRE
oder die CAPARRA? |
| Sie reden diskutieren streiten und
werden schliesslich handelseins. |
das ist ein Handgeld,
das Dienstboten von Bauern für den sicheren Dienstantritt im
VORAUS bekommen. |
V. |
|
| Die Hierarchische Ordnung der Dienstboten
bei der Arbeit |
| Am Hof (Parthof) |
|
| Dienstbotenkammer. |
|
| 54. 58. |
O.Ton |
| Aufstehn der Knechte |
Betläuten |
| 59. 63. |
|
| Grossdirn bereitet |
O/FF: dem Sinn nach |
| in der Küche das Frühstück
vor |
Die hierarchische
Ordnung bei den Dienstboten hatte nicht nur arbeitsteilende Funktion;
sie r auch abgeleitet aus der bestehenden Gesellschaftsstruktur. |
| 64. 68. |
|
| Stall: Der Zusserer (Stallbub) putzt
Stall und Vieh. Der Fütterer betreut das Vieh, die Kleindirn
(Gitsche) füttert die Schweine |
Von allen Dienstboten
hatten die Grossdirn meist die schwerste und am längsten dauernde
Arbeit zu verrichten. |
| 69. 75. |
|
| Küche gemeinsames Frühstück |
Über die Vorrechte
des Grossknechts beim Essen |
| Gebet |
Über die jeweiligen
Tätigkeiten von Gross- oder Bauknecht, Kleinknecht, Zusserer,
Gross- Klein- und Mitterdirn, Fütterer und Sennerin |
| Dienstboten gehen wieder an die Arbeit |
|
| Bauer bleibt zurück |
|
| 76. 80. |
|
| Stall, Parthof |
OFF: |
| Kleinknecht lädt Mist auf einen
Karren, vor dem ein Ochse eingespannt ist. |
Über die verschiedenen
Merkmale der hierarchischen Dienstbotenordnung. |
|
Über die Arbeiten
im Frühjahr |
|
Vorbereitung der
Felder zum Pflügen (»Bauen«) |
| 81. 88. |
|
| Stadel, Parthhof |
|
| Der Stadler richtet den Wagen für
den Bauern her, |
|
| der Bauer übernimmt den Wagen,
steigt auf und gibt hoch zu Wagen |
Statement: etwa über
die jungen Knechte, die nicht mehr so wie früher sind. Sie
trinken, haben Liebschaften und überhaupt
|
| (Diese Einstellung ist noch fraglich!) |
|
| Bauer fährt mit seinem Gespann
ab und verschwindet hinter den Hügeln |
OFF: dem Sinn nach:
|
|
Georg Töchterle,
der einzige Dichter unter den Dienstboten, schreibt über die
seit Jahrhunderten gleichklingenden Vorwürfe, die Bauer und
Dienstboten einander machen. (Zitat des Originaltextes) |
| 89. 95. |
|
| beim Parthhof |
O.Ton |
| Kleinknect, Grossknecht und Dirn (Gross-
und Kleindirn) bei den Vorbereitungen zum Erdeauftun |
Off: (dem Sinn nach)
Vor dem Bauen muss der Acker wieder an den alten Platz »gegrattelt«
werden. |
| Seil und Scheibe werden hergerichtet
der Karren kommt an seinen Platz das Ross wird eingespannt |
Auch bei diesem Vorgang
wieder die Hierarchie: Die Grossdirn muss vorstechen, die Kleindirn
aufladen, der kleine Knecht muss das Ross führen, der Grossknecht
schüttet den Gratten aus. |
| 96. 99. |
O.Ton |
| Beim Parthhof eine Kleindirn beim Wäschewaschen |
|
| 100. 105. |
O.Ton |
| Parthhof in der Machkammer oder in
der Stube: Knecht beim Zaunholz rösten |
OFF: (etwa) Über
die Kunst des Zäunemachens Über den Zaun, der früher
eine wichtige Dorfangelegenheit war. |
| 106. 109. |
O.Ton |
| Feld beim Parthhof: Knecht beim Mistbreiten
(2. Teil) |
OFF: Text dem Sinn
nach Über das Leben der Dienstboten am Bauernhof, Zahl der
Dienstjahre alles mehr allgemein. |
| 110. 115. |
O.Ton |
| Acker beim Parthhof: |
OFF: Text wie oben
angeführt weiter. |
| Grossdirn und Kleindirn, Grossknecht
und Kleinknecht beim Erdeauftung (2. Teil) |
|
| 116. 119. |
O.Ton |
| Nähe Parthhof |
|
| Knecht beim Zaunmache, er bessert die
schadhaften Stellen aus |
|
| 10. 123. |
O.Ton |
| Beim Parthhof: Dirn beim Wäschewaschen
(2. Teil) |
OFF: Text von vorhin
weiter. |
| 124. 130. |
|
| Auf dem Viehmarkt in
|
|
| Der Parthhofbauer beim Viehhandeln
|
|
| Überleitung zu |
Statement: |
| 131. 140. |
O.Ton |
| Parthhof, im Stall: Der Fütterer
bei der Arbeit (2. Teil) |
OFF: Text dem Sinn
nach |
| er tränkt das Vieh |
Das Vieh ist dem
Bauern meist wichtiger als der Mensch. |
| er holt Heu zur Fütterung |
Daher hat der Fütterer
eine höchst verantwortungsvolle Arbeit. Der Fütterer braucht
Talent und Erfahrung um die Tiere verstehen und behandeln zu können. |
| er melkt die Tiere, der Fütterer
»redet mit einem kranken Tier |
Fütterer haben
acht bis zehn Stunden Arbeit pro Tag, sie haben kaum Freizeit. |
| er besprengt das Vieh mit Weihwasser,
ehe er den Stall verlässt. |
Fütterer verstehen
oft viel von Heilkräutern und sind manchmal gesuchte »Bauerndoktoren« |
|
UND: |
|
Die Stallarbeit war
früher bei vielen Bauern sehr ungesund. (Lungenleiden und Asthma) |
| 141. |
|
| Rasen bei Bruneck, in der Wohnung des
Fürsorgebeamten Waschgler |
|
| Herr Waschgler: |
Statement über
die typischen Leiden der Dienstboten: Hüftgelenksleiden, Erkrankungen
der Atmungswege, Frühinvalidität, vielerlei Abnützungserscheinungen. |
| 142. 160. |
|
| Am Gerzenberg (oder bei Pfunders) |
|
| Heuziehen (eventuell auch Holzziehen) |
O.Ton |
| Das Wegmachen |
|
| Das Hinaufgehn mit Schlitten, Ferggel
oder Gatter. |
OFF: (Text dem Sinn
nach) |
| Die einzelnen Arbeitsphasen beim Aufladen. |
Auch beim Heuziehen
die hierarchische Arbeitsordnung |
|
Jedem war seine Arbeit
zugeteilt: |
| Der Schluck Schnaps vor der Abfahrt; |
Der Rosser oder der
kleine Knecht musste vorausfahren, der Grossknecht fuhr als letzter. |
| Die interessantesten (gefährlichsten),
die von den Knechen am meisten Geschicklichkeit erfordernden Phasen
der Talfahrt. |
Eine grosse Schande
war es, seine Ladung umzuwerfen. Das Einzige, das etwas galt, war
Körperkraft, die Schwächeren und Ungeschickteren wurden
ausgelacht und verspottet. |
| Bremsen |
|
| Eine Fuhr muss wieder aufgerichtet
werden. |
|
| Die Ankunft im Tal (Die oben angegebenen
Phasen werden vermutlich ungefähr so stattfinden, verbindliche
Angaben können für Heu- und Holzziehen nicht gemacht werden.) |
(Soweit möglich
und notwendig werden auch die Arbeitsvorgänge selbst erklärt) |
| 161. 167. |
|
| Hausgang oder Stube am Parthhof |
O.Ton |
| Die Holz-bezw. Heuzieher kommen abgekämpft
(zum Teil auch aufgekratzt vom Schnaps, den sie gegen die Kälte
getrunken haben) in die Stube |
|
| legen Mäntel und Überröcke
ab |
OFF: (dem Sinn nach) |
| setzen sich zum Tisch |
Nach so ausserordentlich
schweren und gefährlichen Arbeitstagen, die oft schon um zwei
Uhr früh beginnen, dürfen die Dienstboten früher
Feierabend machen |
| Die Grossdirn bringt das Essen, der
Grossknecht teilt aus |
Und ein besseres
Essen gibt es auch,. |
| Gebet der Männer, (das der Grossknecht
beginnt) |
|
| Die Leute beginnen zu essen. |
|
| 168. |
|
| Küche Parthhof |
O.Ton |
| Die Grossdirn schickt die Kleindirn
in die Kirche (falls ein Dialog möglich ist) |
|
| SONST: |
OFF: |
| Kleindirn zieht sich an und richtet
Waschzeug zusammen und geht aus der Küche. |
Die Dienstboten,
die zuhausegeblieben waren, mussten ihre Arbeitszeit wie gewöhnlich
einhalten. |
| 169. 174. |
|
| Stube Parthhof |
O.Ton |
| Die Leute beenden das Essen und beginnen
das (etwas längere) Schlussgebet |
|
| Paralellfahrt |
|
| 175. 176. |
|
| Einige verlassen die Stube |
OFF: (dem Sinn nach) |
| (jetzt kommt die eigentliche grosse
Müdigkeit) |
|
| Grossdirn räumt den Tisch ab, |
|
| Einige legen sich auf und hinter den
Ofen schlafen |
Über den Gemeinschaftssinn,
der früher unter den Dienstboten herrschte, über die soziale
Funktion der Stube für Knechte und Mägde (die alles natürlich
mehr soziologisch als nostalgisch gesehen) |
| 177. |
|
| Einer macht es sich hinter dem Tisch
bequem, nimmt sich ein Buch vom Fensterbrett schlägt es auf
und fängt an zu lesen |
Über Glauben
und Religion (Wer auf der Erde seinen Lohn nicht hat, muss auf den
Lohn im Himmel hoffen Sprichwort) |
| Man kann sehen, dass der Knecht in
einem frommen Buch liest. |
|
| 178. 182. |
|
| Kirche in St. Lorenzen oder St. Sigmund |
O.Ton |
| Die Kleindirn (die wir schon vom Parthhof-Einstellung
168. her kennen, betritt mit dem Putzzeug die Kirche, geht den Mittelgang
vor, macht eine ehrerbietige Kniebeuge und beginnt den Betstuhl
der Familie Parth zu putzen |
OFF: (dem Sinn nach)
Weiter über die Religiosität der Dienstboten; zum Beispiel:
Wie der Bauer die Frömmigkeit der Dienstboten förderte; |
|
Die Mägde mussten
den Betstuhl des Dienstgebers sauber putzen und in Ordnung halten; |
| (Mit Ruhe und angemessener Genauigkeit
ist das Schrubben, Putzen und Wischen, ist die Arbeit der Magd des
Parthbauern, die sie im Hause Gottes verrichtet, darzustellen.) |
Die Dienstboten wurden
oft zu kirchlichen Festen, Andachten und Prozessionen geschickt,
STELLVERTRETEND die Bauersleute, weil es wichtig war, dass »JEMAND
VOM HAUS« am kirchlichen Leben teilnahm. Religiöse Gemeinschaften
(Bnde, Vereine etc.) konnten die Dienstboten aber nie (kaum) bilden,
da die Kommunikationsmöglichkeiten fehlten |
|
Über die Heilige
Nothburga, die »Dienstbotenheilige« |
| 183. |
|
| In der Sakristei der Kirche |
|
| Pfarrer
|
Statement |
|
über Religiosität
der Dienstboten (den Text von vorher ergänzend und fortführend) |
|
Über das Heiratsverbot
für Dienstboten, das erst im Jahre 1920 aufgehoben wurde. |
|
Und, im Zusammenhang
mit diesem Heiratsverbot: das Problem der unehelichen Dienstbotenkinder |
| 184. |
|
| Feldthurns, Kammer der Frau Sellemond,
die am Bett sitzt, in dem ihr kranker Mann liegt |
|
| Frau Sellemond erzählt |
Statement: |
|
Inhalt: Wenn es einem
Dienstboten überhaupt gelang, genug Geld zu ersparen, um die
Eheerlaubnis von der Gemeinde zu bekommen, dann ist es ihm meistens
erst sehr spät mit 5060 Jahren gelungen.
Die Gemeindeväter wollten möglichst wenig Arme im Dorf
haben, darum gaben sie nur Leute mit einigem Besitz die Erlaubnis
zum Heiraten. |
|
Und im Alter? |
|
Da waren die, die
nicht zum Heiraten gekommen waren, allein und auf das Mitleid der
Bauern angewiesen. |
| Wie die alten Dienstboten als »Anleger«
gehen mussten. |
| 185. |
|
| Näche Prettau im Ahrntal. |
|
| Ein alter, einfach gekleideter Mann
(ca. 70 Jahre) arbeitet sich einen Karton und einen Sack
mit sich schleppend hinauf zum
hof |
O.Ton |
|
OFF: (dem Sinn nach) |
| Der alte Mann kommt beim
hof
an, vor dem der Bauer steht; |
Wenn die alleinstehenden
Dienstboten in ein Alter kamen, wo sie nichtz mehr arbeiten konnten,
mussten sie als Anleger gehen. |
| der alte Mann scheint mit dem Bauer
zu reden (wir sehen das total) |
Anlegen, das hiesse
bis zum Lebensende von einem Hof zum anderen zu ziehen und um Kost
und Quartier bitten zu dürfen. |
| Der Bauer zeigt auf den Stadel, der
alte Mann geht zum Stadel und verschwindet mit Karton und Sack im
Innern |
Die Gemeinde gab
den alten Leuten eine Liste, auf der angegeben war, wohin sie gehen
und wie lang sie dort bleiben durften. Bei einem Hof waren es zwei
Tage, beim anderen Hof waren es fünf Tage und woanders wieder
durften sie vierzehn Tage bleiben |
| 186. |
|
| Stube im
hof. |
O.Ton |
| Hinter dem Ofen kauert eine uralte
Magd, in Decken gehüllt und schlürft ihre Suppe (ins Bild
könnte die Bauernfamilie einbezogen werden, die am Tisch
abgesondert von der geduldeten Magd isst.) |
OFF: (dem Sinn nach)
Waren die Bauersleute gutmütig, gewährten sie den alten
Anlegern einen warmen Platz und ausreichendes Essen |
| 187. |
|
| Im Stall am
hof |
O.Ton |
| Der Stall ist dunkel, schmutzig, verwahrlost; |
|
| Ein paar Kühe, Ziegen, Schweine; |
OFF: (dem Sinn nach) |
| Ein Strohlager, auf dem ein alter,
in Fetzen gekleideter mann schläft; schmutzige Kleiderreste,
Reste von Speisen, ein halbvoller Karton, schmutziges Arbeitsgerät,
ein Strohbesen. |
Aber es gab auch
harte Bauern, die den alten Dienstboten oft nicht das Notwendigste
zukommen liessen. Besonders schlecht hatten es jene Anleger, die
nicht nur alt und abgearbeitet waren, sondern an den verschiedensten
Krankheiten litten. |
| Die Erscheinung des alten Mannes fügt
sich ganz in das Bild der Vernachlässigung, des Abfalls; er
selbst ist ein Teil dieses Abfalls. |
Niemand behandelte
sie, selbst konnten sie sich nicht helfen. Sie verfielen körperlich
und geistig, mangelnde Hygiene und fehlende Fürsorge steigerten
das Elend, jenes Elend, vor dem sich wiederum die Quartiergeber
ekelten. |
| (längere Einstellung vielleicht
Querfahrt die an ihrem Ende den Blick durch die halboffene
Stalltür auf einen Anger gewährt, wo Leute mit Mistaufladen
beschäftigt sind) |
|
| 188. 191. |
|
| Pfunders, vor dem
hof |
O.Ton |
| Aus dem Stall wird ein Anleger herausgetragen |
|
| Bauer und Bäurin schleppen den
Mann wie einen Sack. |
OFF: (dem Sinn nach) |
| Bauernkinder helfen und schauen zu. |
In Zeiten wirtschaftlicher
Krisen zum Beispiel in den Dreissigerjahren ging es
dem gesamten Bauernstand in Südtirol schlecht; |
| Der Mann wird auf einen Wagen (Karren)
gelegt, ebenso seine Habseligkeiten. |
am schlechtesten
aber ging es den Dienstboten, die ja von jeher auf der untersten
sozialen Stufe standen. |
| Das Gefährt setzt sich in Bewegung
(entweder zeiht ihn der Bauer oder ein Tier, das der Bauer führt) |
Es folgen Zitate
von Aussagen, über die Häufigkeit von Selbstmorden alter
Dienstboten in diesen Krisenzeiten. (Erhängen, in den Bach
springen) |
| Der Wagen mit dem daraufliegenen Anleger
ist noch lang zu sehen |
(Weitere Informationen
über die grosse Not der Bauern) |
| (Wir wissen nicht genau, ob der Anleber
auf dem tot ist, ob er schwer krank ist, oder ob er zwangsweise
zum nächsten Quartierplatz geführt wird) |
|
| 192. |
|
| Pfnders, Küche im Zuhäusl,
in dem der Knecht Jaggl arbeitet, er erzählt: |
Statement Jaggl: |
|
ungefährer Inhalt
laut Tonbandprotokoll: |
|
Ich habe noch die
Anleger erlebt, wie sie schwer krank, verlaust und heruntergekommen
von Hof zu Hof betteln gingen. Viele Bauern liessen sie überhaupt
nicht ins Haus, wie boshaft waren oft die Bauernkinder! Ich muss
sagen, wenn ich heute als alter Mensch als Anleger gehen müsste
ich würde mich lieber umbringen! |
| 193. |
|
| Dietenheim, landwirtschaftliche Schule:
Dr. Johannes Griessmair, Volkskundler und Dienstbotenfachmann, Sohn
einer Magd |
erzählt: (dem
Sinn nach) |
|
Natürlich gab
es unter den Dienstboten immer wieder Einzelne, die den Aufstieg
in eine höhere Schicht schafften durch Einheirat etwa,
durch Erbschaft oder auch durch eisernes Sparen. Wenn zum Beispiel
ein junger Bub, der Stallbub oder Hüter war, von einem aufmerksamen
Lehrer oder Pfarrer entdeckt und gefördert wurde und das Studiengeld
zusammengekratzt werden konnte, dann stand der höheren Laufbahn
nichts im Wege. Ich kenne so manchen jungen Knecht, der sich das
Studiengeld mühsam zusammengebettelt hat. Die hungerten sich
buchstäblich durch das Studium. (vielleicht auch Informationen
über Persönliches, die Mutter
) |
| 194. 197. |
OFF: (dem Sinn nach) |
| Im Altersheim Bruneck. |
Die heute 7080
jährigen Dienstboten jene also, die am Beginn unseres
Jahrhunderts zu arbeiten begannen und den sozialen Aufstieg nicht
geschafft haben, brauchen nicht mehr als Anleger zu gehen; |
| Der (ehemalige) Knecht Josef Unterpertinger
beim Anzeihen. Er bettet sich das Bett auf; (sehr umständlich,
sehr mühsam) |
sie haben eine bescheidene
Rente und wenn sie keine Kammer bei einem Bauern finden, kommen
sie in Altersheimen unter. Charakteristisch für diese Rentner
ist ihre Einsamkeit, ihre Isoliertheit und wer von ihnen es nicht
fertigbringt, von der Erinnerung an die guten alten Zeiten zu zehren,
wer Not, Leid und Entbehrungen, die er erlebt hat, nicht vergessen
kann, hat bittere Worte für seine Lage. |
| Schliesslich setzt er sich auf einen
Stuhl, der neben dem Bett steht und |
erzählt (dem
Sinn nach laut tonbandprotokoll) |
|
schon als Kind verachtet
enttäuschte Hoffnungen auf politische Entwicklungen
Selbst noch im Altersheim das Gefühl, ganz unten zu sein. möglicherweise
als Schluss den Satz, den er oft sagt: Für an Dienstbotn isch
dös ganze Leb'n a Kreuz und a Leid'n. |
| Wie die Dienstboten heute leben und arbeiten |
| 198. 203. |
|
| Gegend um Bruneck, hügelige, steile
Wiese. |
O.Ton |
| Knecht in blauer Arbeitskluft führt
einen Motormäher (seine technische Versiertheit fällt
auf) |
OFF: (dem Sinn nach) |
|
Heute gibt es keinen
Dienstbotenstand mehr. Maschinen ersetzen die menschliche Arbeitskraft.
Der Beruf eines Dienstboten ist heute noch weniger angesehn als
früher. |
| 204. |
|
| Dietenheim, beim Hof Niedermoar Knecht
in blauer Kluft fährt mit Traktor im Rückwärtsgang
eine Tennenbrücke hinauf hinein in den |
Die gesetzlich gesicherte
soziale Besserstellung der Dienstboten ist oft nur in der Theorie
ein Vorteil, in der Praxis herrschen noch immer die alten Verhältnisse:
zu wenig Freizeit, kaum Überstundenbezahlung, Schwierigkeiten
mit der Urlaubseinteilung etc. |
| 205. 209. |
Dennoch: einige hundert
Dienstboten gibt es heute noch in Südtirol, Knechte, Mägde
und Fütterer
|
| Stadel. Dort repariert der Knecht etwas
am Traktor, hängt hinten einen Wagen an, belädt diesen
mit Stieflern und beginnt seine
|
Erzählung: (ungefährer
Inhalt) |
|
Mein Arbeitstag
man muss mit Maschinen umgehn können (auch reinigen und instandhalten)
Die Arbeit geht zwar schneller als früher, ist aber anstrengender,
weil man viel mehr allein tun muss
|
| Knecht steigt auf den Traktor und fährt
ab. |
|
| 210. 215. |
O.Ton |
| Hof bei Bruneck oder Feldthurns. In
der Küche, die alte Magd bringt einen Arm voll Holz herein;
sie stapelt das Holz beim Her. Sie schürt nach, |
OFF: (dem Sinn nach)
Von der alten Dienstbotenhierarchie sind geblieben: Knecht, Magd
und Fütterer. |
| sie schneidet Knödelbrot |
Auch heute hat die
Magd die härteste Arbeit sie steht als erste auf und
geht als letzte ins Bett (Zitat Griessmair) |
| sie wäscht das Geschirr ab. |
Die Bindung an die
Hausordnung ist nicht mehr so gross; das verstärkt aber das
Gefühl, isoliert zu sein. |
| sie leert Suppen- und Speisereste in
einen Eimer. |
Sie werden auch nicht
mehr »stellvertretend« zur Kirche geschickt, Maiandacht
und Rorate im Advent sind bei den Dienstboten noch immer sehr beliebt
(Kirchenbesuche sind fast die einzige Kommunikationsmöglichkeit
der Dienstboten) |
| (Alle Tätigkeiten rasch und routiniert
ineinanderfliessen.) schliesslich nimmt die Magd Putzzeug und verlässt
die Küche. |
Über Heiratschancen,
die heute wie eh und je gering sind. |
| 216. 220. |
|
| Im 1. Stock im Gang mit Blick in die
Kammer der Magd. |
|
| Die Magd kommt und beginnt den Gang
und ihre Kammer zu spülen |
wenn es möglich
(und gut) ist, wird kurzes Statement der Magd eingebaut! |
| 221. 227. |
|
| Hof Niedermoar in Dietenheim. |
|
| In einigermassen modern eingerichteten
Stall (Tränkanlage etc.) |
O.Ton |
| Der alte Fütterer bei der Betreuung
des Viehs |
OFF: (dem Sinn nach)
über Lohn und gesetzlichen Schutz der Dienstboten. |
| Er macht überall sauber, putzt
Kübel und Eimer |
*ber die Einstellung
der Dienstboten zu den Standesvertretungen: dem katholische Verband
der Werktätigen bzw. zu den Gewerkschaften |
| kehrt auf |
|
| Der Fütterer |
erzählt: ungefährer
Inhalt laut Tonbandprotokoll) |
|
Früher, wie
es noch mehr Dienstboten gegeben hat, wars eigentlich schöner,
man war nicht so allein bei der Arbeit nicht und auch nicht, wenn
Feierabend war. Heut hat man kaum noch eine Ansprach. Ich steh schon
um 4 Uhr auf, weil die Milch schon so früh in die Sennerei
geliefert werden muss. Melkmaschinen? Davon halt ich wenig, das
ist nichts fürs Vieh! Freizeit? Die Fütterer haben nie
viel Freizeit gehabt auch heite nicht
Heiraten?
Nein, ich wüsst auch nicht wen, wer nimmt schon unsereinen,
wenn ich in Fabrik ging', wär's wohl anders
|
| Der Fütterer wendet sich wieder
seinen Tieren zu. |
|
| 228. 230. |
|
| Hof bei Bruneck oder Feldthurns |
O.Ton |
| Magdkammer wie E.216. 220. |
OFF: (dem Sinn nach) |
| Die alte Magd ist mit den Spül-
und Aufräumarbeiten fast fertig |
Über die positive
Einstellung der Dienstboten zu ihrer Arbeit, grosses Verantwortungsbewusstsein
dem Bauer gegenüber. |
| Noch einige Handgriffe, noch ein kurze
Kontrolle, dann packt sie zusammen und geht aus dem Bild. |
Dienstoten haben
zur Arbeit ein anderes Verhältnis wie etwa Fabrikarbeiter.
Dennoch hat der Dienstbote heute wahrscheinlich mehr als
früher Minderwertigkeitskomplexe dem Arbeiter gegenüber.
Weil er dient. Weil er weniger hat als der Arbeiter.. Laut Statistik
sind 77% der Dienstboten ohne jeglichen Besitz. |
| Kamera bleibt auf den wenigen, äusserst
einfachen, kargen Einrichtungsgegenständen, die dieser Kammer
eine eigenartige Stimmung geben. |
Am gesellschaftlichen
Leben des Dorfes nehmen sie kaum Anteil, Vereinen gehören sie
nicht an. Durch die Fremden, die oft auf Höfen Urlaub machen,
werden sie aus der Stube verdrängt. Zum Schlafen gibt man ihnen
manchmal die hintersten, bescheidensten Kammern, weil Urlaubsgäste
die besseren Schlafgelegenheiten besetzen. Dennoch viele
Dienstboten sind zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz, das Verhältnis
zu den Bauersleuten ist gut. |
| 231. |
|
| Dietenheim, Hof Niedermor in der Stube.
Der Bauer des Niedermoarhofes |
erzählt (ungefährer
Inhalt) |
|
Über die aktuellen
Schwierigkeiten des Bauernstandes in Südtirol, bedingt zum
Beispiel durch veraltete Arbeitsweise, durch die schwierige Umstellung
auf maschinelle Methoden. |
|
Über Vorurteile
mancher Bauern gegenüber modernerer Arbeitsweise |
|
Über Subventionierung |
|
Über das Generationenproblem |
|
Manche Söhne
wollen, manche können nicht mehr Bauer werden und Dienstboten
noch viel weniger! |
| 232. 236. |
|
| Pfunders, vor dem Marmorwerk Grünig. |
|
| Arbeitspause, einige Arbeiter machen
Brotzeit, drei andere Arbeiter gehen in Richtung Gasthaus Brugger,
das gleich neben der Fabrik ist. |
|
| 237. 245 |
|
| Gaststube des Gasthauses Brugger. |
|
| An einem Tisch ein sportlich gekleideter,
etwa 30jähriger Mann, neben ihm ein etwa 55jähriger Strassenarbeiter
in der Uniform der staatlichen ENEL. Sie unterhalten sich. Die drei
Grünigarbeiter betreten den Gastraum und setzen sich zu den
zwei bereits Anwesenden an den Tisch |
|
| Sie bestellen Bier beim Wirt, der hinter
der Theke steht. Der Wirt bringt das Getränk |
|
| Sie trinken |
|
| Die Männer geben auf die im |
OFF gestellte Frage
etwa folgende Informationen: |
|
Der 1.: Ich kann
von meiner Bauernschaft nicht leben, ich gehe in die Fabrik untertags
und abreite am Feierabend zuhaus, was ich halt grad noch dertua
|
|
Der 2.: Ich war lang
Knecht, aber ich hab zu wenig verdient, die Bauern können einfach
nicht so viel zahlen, dass man zufrieden sein könnte. In der
Fabrik gehts mir besser, ich hab meine geregelte Freizeit und einen
sicheren Urlaub, ich bin ja nicht der Einzige, der die Bauernarbeit
aufgegeben hat, er ist schon vor 10 Jahren nach Deutschland auf
die grosse Schicht gegangen
|
|
Der 3.: sprortlich
Gekleidete: Ich war früher Hüterbua und ich hab mich oft
die halbe Nacht nicht mehr zum Hof heimgetraut, wenn mir eine Ziege
oder ein Schaf davongelaufen ist. Stundenlang bin ich da in den
Wiesen und Hängen herumgestiegen, bis ich die Viecher wieder
gefunden hab; viel Schläg' hab ich bekommen und wenig zu essen
die Bauern haben oft selber wenig gehabt
Jetzt
geht's mir gut ich bin als Holzarbeiter ins Ausland gegangen,
bin bald in Frankreich bald in Deutschland irgendwo wo mich
mein Chef hinschickt, und das gefällt mir |
| Die Schlusseinstellung ist so zu wählen,
dass die Atmosphäre der Gaststube die weder bäuerlich
noch städtisch ist mitspielt und die Informationen ergänzt) |
Der 4. in Uniform:
Ich bin 20 Jahre lang Knecht gewesen, aber wenn man nicht ganz gesund
ist, packt man die Arbeit nicht. Ich bin jetzt Wegmacher, ein Staatsangestellter,
das ist sicherer und nicht so anstrengend
|
| 246. |
|
| Gadertal, Moar bei Kirch |
|
| Der Bauer |
redet: (ungefährer
Inhalt) |
|
ich hoffe, dass es
wieder so viele Dienstboten gibt, wie früher
|
| Alternative |
|
| 246A. |
|
| Terenten, am Oberleiterhof |
|
| Die Bäurin |
erzählt: (ungefährer
Inhalt) |
|
Wie es früher
war und warum es heutzutage keine Dienstboten mehr gibt, wie schwierig
das of ist mit Überstunden und Urlaub
|
| 247. 255. |
|
| St. Martin am Kofel im Vintschgau.
|
|
| Beim Forrahof |
O. Ton. |
| Bauer, Bäuerin und deren Kinder
bei Arbeiten, die noch zu bestimmen sind. Die Auswahl der Arbeiten
hängt ab vom endgültigen Drehbeginn. |
OFF: (dem Sinn nach)
Längst nicht allen Südtiroler Bauern ist es heute möglich,
die eigenen wirtschaftlichen Probleme befriedigend und langfristig
zu lösen. |
|
Besser sind jene
dran, die ihre Äcker, Felder und Wiesen in Talnähe und
durch Wege erschlossen haben. Sie können Maschinen einsetzten
dadurch preisgünstig produzieren und finden auch die notwendigen
Dienstboten, Landarbeiter und Tagwerker. |
| Jedenfall muss dieser Schlussteil einer
der optischen Höhepunkte des Films sein. |
Jenen Bauern aber,
deren Höfe und Felder in unwegsamen, unerschlossenen Gebieten
liegen, haben nur zwei Möglichkeiten: entweder aufzugeben oder
die Mühsal härtester Arbeit das ganze Jahr hindurch auf
sich zu nehmen: allein, mit wenigen techischen Hilfen ausgestattet. |
|
So tun heute die
Bauersleute in den wirtschaftlich problematischen und entsiedlungsgefährdeten
Gebieten jene Arbeit, die früher vor allem die Dienstboten
taten. |